Melanchthon-Schule Steinatal

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„Älter – weniger – bunter“

Melanchthon-Schüler untersuchen den demografischen Wandel in der Schwalm und diskutieren mit Landtagsabgeordneten über die Zukunft der Schwalm

von S. Wagner

Der Bericht der Enquetekommission „Demografischer Wandel – Herausforderung an die Landespolitik“ bildete den Anlass für die Zusammenarbeit von Oberstufenschülern und Lehrern der Melanchthon-Schule mit Frau Dr. Carmen Everts von der Landeszentrale für politische Bildung (> Foto einer Veranstaltung mit Frau Dr. Everts an der Melanchthon-Schule), bei der die Jugendlichen Ursachen und Folgen des Bevölkerungswandels in ihrer Heimatregion analysierten. Wie zufrieden sind junge Eltern mit den Betreuungsangeboten in Kindergärten und Schulen? Wie sieht die Kinderbetreuung in anderen europäischen Ländern aus? Welche beruflichen Chancen bietet der Arbeitsmarkt vor Ort? Wie verbringen Seniorinnen und Senioren ihr Rentnerdasein? Mit diesen und weiteren Fragestellungen beschäftigten sich die Schüler, führten Interviews und werteten Umfragen aus.

Die Ergebnisse ergaben ein differenziertes Bild: Zwar fühlen sich die meisten Jugendlichen in ihren Dörfern – in der Familie, im Freundeskreis und den Vereinen – wohl, aber dennoch möchten sie mehrheitlich später aus der Schwalm wegziehen. Für manchen Schüler positiv überraschend war das Ergebnis in Hinblick auf das Leben der älteren Mitbürger: Gartenarbeit, Enkelbetreuung, Kirchenchor, Seniorengymnastik und viele weitere Beschäftigungen lassen bei den älteren Menschen keine Langeweile aufkommen.

Eine Jury aus Lehrern und Schülern wählte anschließend die besten Arbeiten aus, die dann mit einer Fahrt nach Wiesbaden auf Einladung der Landeszentrale für politische Bildung belohnt wurden. Hier konnten die Schüler am 19. Mai 2011 nach dem Besuch einer Plenarsitzung im Hessischen Landtag zum aktuellen und spannenden Thema über den Ausbau der Stromnetze mit Landespolitikern die Ergebnisse ihrer Studie diskutieren.

Dabei standen ihnen sowohl der Staatsminister Axel Wintermeyer, Chef der Staatskanzlei und Demografiebeauftragter des Landes, für das Gespräch zur Verfügung als auch die Landtagsabgeordneten Rolf Müller (CDU), Regine Müller (SPD), Markus Bocklet (Grüne) und Hans-Christian Mick (FDP), die auch schon bei der Enquetekommission mitgearbeitet hatten. Die Politiker waren beeindruckt von den Kenntnisse und dem Engagement der Jugendlichen und es entwickelte sich eine lebhafte, teils kontroverse Diskussion über die Folgerungen für die Politik. So verwies Herr Wintermeyer darauf, dass die Entscheidung für Kinder kaum von der Politik beeinflusst werden könne, sondern sich die persönliche Einstellung junger Erwachsener zu Kindern und Familie ändern müsse. Mobile Dienste seien nötig, um die medizinische Versorgung oder die Möglichkeit zum Einkaufen angesichts einer schrumpfenden Einwohnerzahl sicher zu stellen. Dagegen sahen die Abgeordneten Regine Müller und Markus Bocklet durchaus Möglichkeiten für die Politik, durch Betreuungsangebote und eine gute Verkehrsanbindung ländliche Regionen wie die Schwalm für junge Familien attraktiver zu machen. Die Schülerinnen und Schüler hatten großen Spaß daran, so sachkundig und engagiert mit Politikern diskutieren zu können. Aber einen Kritikpunkt gab es dann doch, nämlich „ dass Politiker auf die gestellten Fragen nicht immer direkt eingehen, sondern von sehr weit ausholen“ und zum Schluss habe man dann doch keine konkrete Antwort. Dennoch stimmten alle dem positiven Fazit zu: „Wir haben uns willkommen und ernst genommen gefühlt“.

Vortrag

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