Kanadischer Indian Summer und Wale hautnah erlebt
Melanchthon-Schüler besuchen kanadische Austauschschule
„Kanada, wir kommen!“ Am 30. September dieses Jahres war es für 19 Oberstufenschülerinnen und -schüler der Melanchthon-Schule Steinatal sowie drei Schülerinnen des Schwalmgymnasiums und die Lehrkräfte Astrid Diedrichs und Tobias Altmann (MSS) endlich soweit: Wir landeten am Abend des ersten Oktobers für einen 4-Tage-Stopp am John F. Kennedy-Airport in New York.
Unser Hotel lag im Herzen von Manhattan, dem pulsierendsten Stadtteil des Big Apple, der sowieso nie zu schlafen scheint. Wir standen nachts auf dem von Werbebildschirmen taghellen Times Square, auf dem Empire State Building und schauten auf den unter uns liegenden Wald aus Hochhäusern, der sich abends, als wir auf dem Rockefeller Center standen, in ein Meer aus Licht und Farben verwandelte. Wir besuchten Ms. Liberty auf ihrer Insel und erkundeten die Straßen von Little Italy und SoHo. An unserem dritten und letzten Tag in New York besichtigen wir Ground Zero, den Schauplatz des 11.September 2001, auf dem schon neue Wolkenkratzer wachsen.
Am nächsten Morgen brachen wir mit unserem Gepäck und unzähligen neuen Eindrücken bepackt auf nach Québec, der Hauptstadt des frankophonen Kanadas und Heimat unserer Austauschschule Cégep Limoilou. Nach einer zwölfsündigen Busfahrt kam es zu dem lang ersehnten Wiedersehen mit den Schülern, die uns vor einigen Monaten in der Schwalm besucht hatten. Noch beansprucht von New York und der Busfahrt teilten wir uns auf unsere Gastfamilien auf.

Gleich am nächsten Morgen gingen wir mit unseren Austauschpartnern in ihre Schule. Wir waren überwältigt von deren Größe – mehr als 6.000 Schüler lernen in unterschiedlichsten Fachrichtungen. Die Ausstattung des Cégep Limoilou hat uns begeistert, vor allem die Sporteinrichtungen, Bibliotheken und die Verwendung neuer Medien im Unterricht. Dadurch, dass in Québec Französisch die Muttersprache der meisten Bürger ist, und durch die Architektur, vor allem die der Altstadt, die stark an eine mittel- oder westeuropäische erinnert, fühlten wir uns gar nicht so fern der Heimat.
Das erste Wochenende in Kanada verbrachten wir in einem Indianerreservat am Sankt-Lorenz-Strom nahe der Kleinstadt Tadoussac. Unsere Appartements lagen direkt am Strom inmitten einer beeindruckenden Landschaft. Wir nutzten die Zeit im Reservat um neue Kraft zu tanken und genossen die leider schon abklingende aber immer noch beeindruckende Farbenpracht des Indian Summer. Die Möglichkeit, sowohl während einer Whale Watching Tour auf einem Boot als auch von unseren Appartements Wale zu beobachten, machte den Besuch im Reservat für viele von uns zu einer der schönsten Etappen der Fahrt.

Wieder zurück in Québec verbrachten wir ein paar weitere schöne Tage mit unseren Gastfamilien und lernten das Québecer Nachtleben näher kennen. Interessant war auch die Begegnung mit dem Nationalgericht der Québecer, die Poutine: eine Portion Pommes frites, übergossen mit Bratensauce und gespickt mit einem speziellen Poutine-Käse. Bei unserem Besuch der Zirkusschule des Cirque du Soleil war es uns gestattet, Artistenschüler beim Training zu beobachten. Traurig nahmen wir zur Kenntnis, dass unsere Reise schon fast zu Ende war. Mit feuchten Augen verabschiedeten wir uns von unseren Gastfamilien und unseren Austauschpartnern, die uns in den fast zwei Wochen gute Freunde geworden sind.
Wir verbrachten noch zwei Tage in Montréal und erkundeten die Stadt mithilfe einer sachkundigen Führung und auch auf eigene Faust. Am 17. Oktober um 13.30 Uhr landeten wir wieder in Frankfurt und freuten uns auf zu Hause, wenngleich die Erinnerung von Kanada noch wehmütig in uns schwang. Wir alle haben den Austausch sehr genossen, vieles gelernt und haben viele Erinnerungen von dieser Fahrt mitgenommen, die uns mit Sicherheit ewig bleiben werden.
Autoren: Adrian Schäfer und Dominik Raabe, Jahrgangsstufe 13
Info:
Die Melanchthon-Schule Steinatal führt seit 2008 einen alle zwei Jahre stattfindenden Austausch mit ihrer Partnerschule in Québec-Stadt durch. Die Partnerschule, das Cégep Limoilou, ist eine weiterführende Schule nach einer Schulzeit von 12 Jahren. Diese Schule wird von Schülern besucht, die bereits teilweise berufsorientiert lernen. Es müssen zwei Jahre auf dieser Schulstufe verbracht werden, um anschließend ein Studium an einer Universität beginnen zu dürfen.
Neben den 19 Steinatalern hatten drei Schwalmschülerinnen die Möglichkeit, am Austausch teilzunehmen, da sie Teil des Leistungskurses Französisch in der Jahrgangsstufe 13 der Melanchthon-Schule sind. Die Kooperation der beiden Gymnasien im Bereich der Sprachen und der Naturwissenschaften macht es möglich, Leistungskurse anzubieten, die einzeln an den Schulen nicht zustande kommen würden.
