Melanchthon-Schule Steinatal

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Einmal London und zurück

von Meike Lindemann

Mit den berühmten roten Doppeldeckerbussen und Telefonzellen, dem unberechenbaren Wetter, zahlreichen Sehenswürdigkeiten wie dem Big Ben, der Tower Bridge, dem Buckingham Palace und Mme Tussaud´s Wachsfigurenkabinett zählt London zu den wichtigsten Kultur-, Finanz- und Handelszentren der Welt. Dort, wo sich das Steuer im Auto auf der rechten Seite befindet, man auf der linken Straßenseite fährt, wo man dank der London Tube die Stadt im Nu unterirdisch durchquert hat und man von den meisten Menschen mit einem höflichen Lächeln auf den Lippen begrüßt wird, ist eben doch alles ein wenig anders als zu Hause.
Was genau die Stadt zu etwas so Besonderem macht, hat ein Englisch-Leistungskurs der Melanchthon-Schule am vergangenen Wochenende genauer unter die Lupe genommen, als die zehn Schüler mit ihren Lehrern die britische Hauptstadt erkundeten.
„Hier treffen sich einfach so viele verschiedene Charaktere und Typen von Menschen“, stellt die 18-jährige Christine Brodt aus Neukirchen fest. Genau das ist es, was die Stadt auch für die begleitende Referendarin Anke Dittschar aus Treysa so interessant macht. „In der U-Bahn sieht man den coolen Skater neben der pakistanischen Frau mit Kopftuch“, so die 28-jährige. Außerdem sei alles schneller, aber unübersichtlicher, so die angehende Lehrerin, die während ihres Studiums bereits ein Auslandssemester in der Nähe von Londen verbracht hat.
Doch all dies sind Beobachtungen, die man sicherlich auch in deutschen Großstädten machen könnte. Was genau macht also nun den „Spirit of London“, das typisch Britische der Stadt aus?
Für Jens Bödicker, Englisch-Lehrer an der Melanchthon-Schule Steinatal, hat sich das Klischee des höflichen Briten bestätigt: „Auch wenn man selbst die Leute auf der Straße anrempelt, sagen sie noch ,Excuse me.´“ Die Unpersönlichkeit, die anderen Großstädten oft nachgesagt werde, habe in London allerdings auf sich warten lassen.
Für Anke Dittschar tragen die Gebäude zum außergewöhnlichen, britischen Großstadt-Flair bei. „Man sieht auf der einen Seite den Big Ben und die Houses of Parliament mit ihrer alten Architektur, auf der anderen das London Eye, das größte Riesenrad der Welt, als modernes Element. Trotzdem passt alles irgendwie zusammen und sieht nicht komisch aus.“
Ein Kritikpunkt lässt sich an der ansonsten so ansehnlichen Großstadt, die sich nicht immer danach anfühlt, trotzdem finden: „Es ist alles sehr teuer hier.“, findet der 18-jährige Jonathan Kimpel aus Schrecksbach.
Zum Gesamtbild von London gehört für Christine Brodt zweifelsohne auch der britische Akzent, der die Aussprache der Einheimischen ziert, aber nicht immer leicht zu verstehen ist.
Auf die Frage, ob die Englischkenntnisse, die man während einer gymnasialen Schullaufbahn erwirbt, ausreichen, um sich in einer englischsprachigen Metropole wie London zurechtzufinden, sind sich Schüler und Lehrer einig: Auf jeden Fall. Die Lehrkräfte konnten feststellen, dass sich auch ihr Vokabular durch situatives Lernen in authentischen Alltagskonversationen noch angereichert hat. „Die Schüler lernen Redewendungen und die britische Aussprache kennen und können davon profitieren.“, so Jens Bödicker.
Christine Brodt betont jedoch, dass verschiedene Akzente und Sprachstile das Verständnis der Einheimischen erschweren. Manche Ansprechpartner wüssten nicht, dass man selbst nicht aus England kommt und setzten perfekte Sprachkenntnis voraus. Christine dazu: „Wenn sie dann erstmal gemerkt haben, dass wir Touristen sind, haben sie auch meistens langsamer gesprochen.“
Natürlich ist es schwierig, seine Sprachkenntnisse in nur vier Tagen Aufenthalt entscheidend zu erweitern. „Um wirklich noch mehr zu lernen und sich dem Sprachstil anzupassen, muss man eben länger bleiben,“ schlägt der 18-jährige Jonathan Kimpel vor.
Und das lohnt sich sicherlich. Denn die Erwartungen an lange Einkaufsstraßen, typische Briten inmitten eines multikulturellen Miteinanders, ein spannendes Nachtleben, ein Straßenbild geprägt von Trubel und geschäftigem Treiben soweit das Auge reicht und natürlich an die Sehenswürdigkeiten, die für London so typisch sind, werden in der britischen Hauptstadt voll und ganz erfüllt und machen die vielfältige Stadt eine Reise wert.

© 2007 J. Bödicker | Impressum | Zuletzt geändert: 06.05.07